642

643

Welche Arten von Krebsbehandlungen gibt es?

Wenn feststeht, an welcher Krebsart Ihr Kind leidet, entscheidet der behandelnde Onkologe über die nötige Behandlung. Es gibt drei wesentliche Behandlungsarten: Chemotherapie (medikamentöse Therapie), Strahlentherapie und Operationen. Nicht alle sind bei allen Kindern notwendig. Ihr Arzt bespricht mit Ihnen, welche Behandlung nötig ist, um die Krebserkrankung Ihres Kindes zu behandeln.

Chemotherapie

Eine Chemotherapie ist eine medikamentöse Therapie. Sie wird allein oder in Verbindung mit einer Operation und/oder Strahlentherapie angewendet. Die in der Chemotherapie eingesetzten Medikamente (zytotoxische Medikamente) zerstören Körperzellen bzw. töten sie ab. Die Chemotherapie zielt auf Krebszellen ab, aber auch normale Körperzellen sind davon betroffen. Das verursacht Nebenwirkungen. Diese Nebenwirkungen sind in der Regel vorübergehend.

Unterschiedliche Medikamente haben unterschiedliche Nebenwirkungen und Kinder können auf dasselbe Chemotherapiemedikament unterschiedlich reagieren.

Eine Chemotherapie kann auf unterschiedliche Weise durchgeführt werden. Kinder erhalten meist Tabletten oder Injektionen in die Blutbahn, ins Gewebe oder in die Rückenmarksflüssigkeit. Eine Chemotherapie kann unterschiedlich lange dauern und stationär im Krankenhaus oder ambulant erfolgen. Die Verabreichungsform der Chemotherapie hängt vom Medikament und von der Krebsart ab.

Vorsichtsmaßnahmen bei einer Chemotherapie

Nach einer Chemotherapie können die Körperflüssigkeiten Ihres Kindes, z. B. Blut, Urin, Stuhl oder Erbrochenes, kleine Mengen des Medikaments enthalten. Die Menge hängt stark vom verabreichten Medikament ab.

  • Urin, Stuhl und Erbrochenes können über die Toilette entsorgt werden. Spülen Sie zweimal bei geschlossenem Deckel, um Spritzer zu vermeiden.
  • Verschmutzte Einwegwindeln sollten in einer Plastiktüte über den normalen Hausmüll entsorgt werden.
  • Sonstige verschmutzte Materialien, z. B. Stoffwindeln, Tücher und Kleidung, können mit reichlich Waschmittel und Wasser gewaschen werden.
  • Sie sollten sinnvolle allgemeine Hygienemaßnahmen ergreifen, wenn Sie mit Urin, Stuhl und Erbrochenem in Berührung gekommen sind. Insbesondere sollten Sie sich gründlich die Hände waschen und ggf. Handschuhe tragen.
  • Schwangere oder stillende Mütter sollten beim Umgang mit Abfällen Handschuhe tragen.

Manchmal kann die Chemotherapie zu Hause durchgeführt werden. Eine orale Chemotherapie wird oft zu Hause verabreicht. Falls das möglich ist, erklären Ihnen die Pflegekräfte oder Ihr Apotheker, was Sie darüber wissen müssen.

Strahlentherapie

Bei der Strahlentherapie werden hochenergetische Strahlen, meist Röntgen- oder Gammastrahlen, eingesetzt, um Krebszellen abzutöten oder zu zerstören, damit sie nicht mehr wachsen und sich vermehren können. Die Strahlentherapie wird allein oder zusammen mit einer Chemotherapie und/oder Operation eingesetzt. Alternativ zur konventionellen Strahlentherapie gibt es auch heutzutage noch die Protonentherapie, welche weniger Streustrahlung in das umliegende Gewebe abgibt und somit präziser ist. Diese wird bei Kindern ebenfalls angewandt.

Wenn die Behandlung Ihres Kindes eine Strahlentherapie beinhaltet, wird das radiologische Team Behandlungstermine für Ihr Kind planen und Sie über die Behandlung, mögliche Nebenwirkungen und den Umgang damit informieren.

If radiotherapy is part of your child’s treatment, the radiotherapy healthcare team at Peter Mac will arrange your child’s appointments and give you information about the treatment, possible side effects and how to manage them.

Die Strahlentherapie ist eine äußerst wirksame Krebsbehandlung, aber sie kann Schäden an gesunden Zellen in der Nähe der behandelten Region verursachen. Das kann kurz- und langfristige Nebenwirkungen hervorrufen. Die Nebenwirkungen hängen von der verwendeten Strahlungsmenge und dem behandelten Körperteil ab. Nicht alle Kinder leiden an allen denkbaren Nebenwirkungen. Ihr Strahlenonkologe und sein Team kümmern sich um die erforderliche Nachsorge, um Nebenwirkungen der Strahlentherapie bei Bedarf zu erkennen und zu behandeln.

Während der Strahlentherapie wird Ihr Kind mindestens einmal wöchentlich von Ihrem Strahlenonkologen oder einem Assistenzarzt untersucht. Dabei haben Sie die Gelegenheit, Fragen zu stellen und die Behandlung Ihres Kindes und eventuelle Nebenwirkungen zu besprechen.

Operation

Viele an Krebs erkrankte Kinder werden im Rahmen der Behandlung operiert. Operationen werden durchgeführt, um bei der Diagnose eine Biopsie von verdächtigem Gewebe oder verdächtigen Knoten durchzuführen, um das Stadium der Erkrankung zu bestimmen, einen zentralvenösen Zugang zu legen oder Tumore zu entfernen bzw. zu verkleinern (Debulking). Operationen können einen wichtigen Bestandteil der Behandlung von Kindern mit Gehirntumoren und anderen soliden Tumoren darstellen. Der Allgemeinchirurg, orthopädische Chirurg oder Neurochirurg ist Teil des Behandlungsteams Ihres Kindes.

Resektion von Primärtumoren

Die chirurgische Entfernung des Primärtumors kann vor oder nach der Chemotherapie erfolgen. In einigen Fällen besteht die notwendige Behandlung allein aus der vollständigen Resektion (Entfernung) des Tumors. Bei den meisten Kindern ist jedoch zusätzlich eine Chemotherapie und/oder Strahlentherapie erforderlich. Die Resektion von Primärtumoren erfordert eine größere Operation unter Vollnarkose. Das Chirurgenteam wird Ihnen die Operation im Einzelnen erklären.

Debulking von Tumoren

Manchmal sind Tumore zu groß, um sie sicher entfernen zu können. Dann kann es sinnvoll sein, ihre Masse zu reduzieren und so viel wie möglich von ihnen zu entfernen (Debulking), um das Wohlbefinden des Kindes zu verbessern. Das ist vor allem bei sehr großen Tumoren der Fall.

Chemotherapie und Strahlentherapie können bei kleineren Tumoren wirksamer sein.

Second-Look-Operationen

Bei einigen Kindern mit soliden Tumoren oder Gehirntumoren wird drei bis sechs Monate nach dem ursprünglichen Debulking eine Second-Look-Operation durchgeführt. Durch eine Behandlung mit Strahlen- oder Chemotherapie kann der Tumor geschrumpft sein, sodass er leichter operativ entfernt werden kann. Alternativ kann der Chirurg überprüfen, ob der Krebs in dieser Region wieder aufgetreten ist, und eine Biopsie des umgebenden Gewebes vornehmen.

Amputation und Enukleation

Bei einigen Kindern mit Retinoblastomen und Sarkomen müssen Körperteile ganz oder teilweise entfernt werden. Fortschritte bei der Behandlung von Krebs im Kindesalter haben dazu geführt, dass die Amputation oder Entfernung des vom Krebs befallenen Gewebes nicht mehr so häufig notwendig ist. Knochentumoroperationen sind oft sehr komplex und beinhalten Knochenersatzmaterial und den Erhalt von Gliedmaßen. Genauere, individuelle Informationen erhalten Sie vom orthopädischen Chirurgen oder Augenarzt Ihres Kindes.

Oral verabreichte Medikamente

Es kann sinnvoll sein, wenn Sie im Krankenhaus dabei mithelfen, Ihrem Kind Medikamente zu verabreichen. Das kann die Einnahme der Medikamente vereinfachen, wenn Ihr Kind die Behandlung zu Hause fortsetzen muss. Viele Kinder nehmen generell nicht gern Medikamente ein.

Tipps, wie Sie Ihrem Kind Medikamente verabreichen

  • Belohnungen sind sinnvoller als Strafen. Nutzen Sie Anreize, indem Sie beispielsweise Sternchen vergeben.
  • Spielen Sie ein Spiel, um Ihr Kind abzulenken.
  • Manchmal ist es einfacher, Medikamente mit einer Spritze statt mit einem Löffel zu verabreichen. Ihre Pflegekraft erklärt Ihnen, wie es geht.
  • Möglicherweise müssen Sie Ihr Kind festhalten. Ihre Pflegekraft zeigt Ihnen bei Bedarf, wie das geht.
  • Wenn Sie die Medikamente einmal vergessen oder verspätet eingenommen haben, informieren Sie das Behandlungsteam Ihres Kindes.
Einige Medikamente/Tabletten müssen zu bestimmten Zeiten eingenommen werden. Vergewissern Sie sich, wann Ihr Kind seine Medikamente einnehmen muss, und überprüfen Sie stets das Haltbarkeitsdatum.

Halten Sie immer Rücksprache mit dem Behandlungsteam Ihres Kindes, bevor Sie ihm Medikamente geben, die nicht vom Onkologen verordnet wurden.

Geben Sie ihm niemals Aspirin oder Kombinationspräparate, in denen Aspirin enthalten ist.

Tabletteneinnahme

Einige Kinder haben Schwierigkeiten, Tabletten zu schlucken. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, Ihrem Kind Tabletten zu verabreichen, bitten Sie Ihren Pflegekoordinator oder Ihren Apotheker um schriftliche Anweisungen für die Tabletteneinnahme.

Tipps, wie Sie Ihrem Kind Tabletten verabreichen:

  • • Zerkleinern Sie die Tabletten und vermischen Sie sie mit einem Löffel Marmelade, Eis oder Saft. Hier sollten Sie allerdings Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten, da einige Säfte (z.B. Grapefrucht) die Aufnahme der Wirkstoffe verändern können und Milchprodukte die Aufnahme durch Komplexbildung sogar verhindern. Achten Sie jedoch darauf, Ihrem Kind keine Lieblingsspeisen zu verleiden. Bei Bedarf können Sie sich einen Pillenzerkleinerer besorgen.ANMERKUNG: Einige Tabletten sollten nicht zerkleinert werden. Fragen Sie zunächst Ihren Apotheker.
  • Zerbrechen Sie große Tabletten in zwei oder vier Teile. Geräte zum Zerteilen von Tabletten erhalten Sie in Ihrer Apotheke.
  • Versuchen Sie Folgendes: Legen Sie die Tablette hinten auf die Zunge, und lassen Sie das Kind einen großen Schluck Wasser trinken, den Kopf zurücklegen und schlucken.
  • Tabletten, die sehr unangenehm schmecken, können in eine Schluckhilfe (Gelatinekapsel) verpackt werden. Eine weitere Möglichkeit sind Aromatropfen (z.B. mit Erdbeergeschmack). Diese erhalten Sie in Ihrer Apotheke.
  • Wenn Ihr Kind Kapseln einnehmen muss, geben Sie ihm zunächst einen Schluck Wasser, um den Mund zu befeuchten.

Erbrechen von Tabletten

  • Wenn das Kind nach der Tabletteneinnahme erbricht, wenden Sie sich an den onkologischen Apotheker oder den Pflegekoordinator. Der Apotheker kann Ihnen sagen, wie Sie sich verhalten sollen, und Ihnen bei Bedarf Ersatztabletten oder -kapseln zur Verfügung stellen.
  • Wenn das Kind immer nach der Tabletteneinnahme erbricht, sprechen Sie mit dem behandelnden Onkologen.

War dieser Artikel hilfreich?